Audrey Azoulay, Élisabeth Badinter, Jérôme Clément, Corinna Coulmas, Xavier Darcos, Luc Dardenne, Antoine Gallimard, Agnès Jaoui, Beate Klarsfeld, Serge Klarsfeld, Haïm Korsia, Bernard-Henri Lévy, Rithy Panh, Gilles Pécout, Éric de Rothschild, Marjane Satrapi, Dominique Schnapper, Didier Sicard, Arthur Teboul, Serge Toubiana, Wim Wenders

Claude Lanzmann träumte davon, mindestens hundert Jahre alt zu werden –oder sogar mehrere hundert, wie Adam oder die ersten Menschen der Bibel; nach dem Tod seines einzigen Sohnes Felix im Alter von 23 Jahren an Krebs gab er seinen Traum auf; das war vor sieben Jahren, am 5. Juli 2018. Am 27. November 2025 hätte Claude Lanzmann seinen hundertsten Geburtstag gefeiert. Auch wenn er diesen Tag nicht mehrerleben konnte, wusste er doch, dass sein Werk und seine Lebenskraftihn überdauern würden – durch das hochaktuelle Triptychon Warum Israel – Shoah – Tsahal und all seine anderen Filme sowieseine zahlreichen Schriften, darunter seine Memoiren Der Hase ausPatagonien. Dieses Erbe, das er uns anvertraut hat, wird von Generation zu Generation weiter gegeben werden.
Seitdem der universelle Charakter von Shoah durch die Aufnahmein das UNESCO-Register „Memory of the World“ im Jahr 2023 anerkannt wurde und „France Mémoire“ die französische Prägungdes Werks und seines Autors gewürdigt hat, indem es den 100. Geburtstag von Claude Lanzmann in seinen Kalender der nationalen Gedenkfeiern aufgenommen hat, ist es unser Ziel, das Werk von Claude Lanzmann dank dieser nationalen und internationalen institutionellen Unterstützung in Frankreich und weltweit so weit wie möglich zuverbreiten. Diese Verbreitung richtet sich an die jüngeren Generationen im Bildungsbereich durch Ausschnitte aus Shoah unddas dazugehörige pädagogische Begleitheft, die in Frankreichbereits über Lumni enseignement erhältlich sind, und anschließendweltweit über die Netzwerke der UNESCO. Sie wird auch auf Festivals, in Kinos und im Fernsehen stattfinden…

Guillaume Ribot, der Regisseur von Moissons sanglantes und Vie et destin du livre noir, hat sein ganzes Talent und seine ganze Seele in dieses Meisterwerk gesteckt, das auf der Berlinale als Thriller oder Roadmovie bezeichnet wurde: ein packender und in keine Schublade zu steckender Film, der die Dreharbeiten zu Shoah anhand der 220 Stunden Rohmaterial von Shoah und der Memoirenvon Claude Lanzmann Le lièvre de Patagonie (Gallimard 2009) nachzeichnet: kurz gesagt, 100 % Claude Lanzmann, geduldig undwunderschön inszeniert von Guillaume Ribot, um uns 92 außergewöhnliche Minuten zu bescheren. Es ist auch das Porträteines genialen Filmemachers, eines sehr attraktiven Mannes in den Fünfzigern, intelligent, mutig, fleißig und ausdauernd. GuillaumeRibot zeigt ihn uns in der Art jener Regisseure, die die Schönheitihrer Darstellerin zur Geltung bringen wollen, und genau das warzweifellos die Absicht der Kameramänner von Claude Lanzmann: Dominique Chapuis, William Lubtchansky und Jimmy Glasberg.
Die Höhepunkte rund um den Tag X fanden am Montag, dem 24. November 2025, im Institut de France, am Dienstag, dem 25., bei der UNESCO, am Donnerstag, dem 27., im Jüdischen Museum Berlin und in der französischen Botschaft sowie am Freitag, dem 28., amSophie-Scholl-Gymnasium in Berlin und am Sonntag, dem 30., Dienstag, dem 1. Dezember, sowie Mittwoch, dem 10. Dezember, in der Gedenkstätte für die Shoah statt. Der Film Je n’avais que le néant von Guillaume Ribot sowie Shoah von Lanzmann wurdenam 19. November auf Arte.tv in verschiedenen europäischen Ländernausgestrahlt. Weltweit finden ein Jahr lang unzählige Feierlichkeiten in Zusammenarbeit mit den Instituts français, der UNESCO und mk2 statt; das Veranstaltungsprogramm wird ständigerweitert.

























